Metric Halo in den Universal Mastering Studios
Mastering in der Profiliga
Metric Halo Produkte als tragende Säule bei den Universal Mastering
Studios
Hollywood, Kalifornien, im Dezember 2009: Nach erfolgreichem Umzug aus
Nord-Hollywood haben die Universal Mastering Studios – West (UMS-W) im
Gebäude der ehemaligen Hanna-Barbera Animationsstudios ihre Tätigkeiten
wieder aufgenommen. Im Zuge des Ortswechsels wurde der Arbeitsbereich um
ein zentrales Mastering-Studio und fünf Studioräume erweitert, außerdem wurde
Platz für weitere Aufgabenstellungen geschaffen. Jeder dieser Räume ist mit
Audio-Interfaces von Metric Halo bzw. OEM-Geräten ausgestattet, bei denen
Metric Halo die Hardware an den Mastering-Spezialisten Sonic Studio lizenziert.
Obwohl auch Aufträge für die Universal Music Group und andere hochkarätige
Kunden ausgeführt werden, sieht man bei UMS-W die Haupttätigkeit in der
Restaurierungs- und Archivierungsarbeit für den firmeneigenen Bestand an
historischem Material. Im größten der fünf Studioräume arbeitet Ed Abbott,
Tontechniker und Spezialist für Forschung und Entwicklung, an
Archivierungsprojekten mit seiner lange gepflegten Gerätesammlung, darunter
zwei der neuesten ULN-8 Interfaces von Metric Halo, sowie einer speziell
angefertigten Mastering-Eingangsstufe, die aus einem Metric Halo ULN-2 (2d
Expanded) und einer integrierten analogen Vorstufe besteht.

»Als Eingangsstufe für das eigene Archiv von Tonaufnahmen haben die
Universal Mastering Studios eine enorme Verantwortung, dem Anspruch des
musikalischen Erbes gerecht zu werden«, sagt Abbott. »Ich habe immer
versucht, den besten aller möglichen Signalwege zu finden. Während ich mit der
Archivierung von Tonbändern zu tun hatte, fand ich einige absolut brilliante
Originalbänder – ¼”, 15 ips, Dolby-frei – von Jimmy Buffets Album ›A White
Sport Coat and a Pink Crustacean‹. Wir benutzten diese als Referenzbänder, um
verschiedene A-D-Wandler zu testen. Die meisten der aktuellsten High-End-
Wandler klangen superb, aber jeder hatte seinen eigenen Kompromiss zwischen
Transparenz und Klangfärbung. Es zeigte sich sehr bald, dass das ULN-8 der
einzige Wandler war, der den Originalaufnahmen von einem archivarischen
Standpunkt her gerecht wurde.«
Abbott erinnert sich daran, wie sein ULN-8 Vorserienmodell bereits beim ersten
Einsatz einen neuen Standard setzte: »Der erweiterte Höhenbereich, die
Linearität, die Ansprechgeschwindigkeit und vor allem die Tiefen, die das ULN-8
hervorbringt, ließen unsere anderen Wandler klingen, als hätte man Ohrschützer
auf. Kein Scherz – beim ersten Vergleich zwischen ULN-8 und unserem
bisherigen Referenzwandler dachten wir, es wäre etwas mit dem Referenzgerät
nicht in Ordnung. Wir haben Jahre damit zugebracht, jeden neuen Wandler zu
testen und waren wirklich zufrieden mit dem Referenzgerät, aber das ULN-8 hat
es sofort umgepustet. Ich hatte an das ULN-8 einige Erwartungen gehabt, aber
ich war nicht darauf vorbereitet, dass ein kompaktes Mehrzweckgerät wie dieses
einen derartigen Klang mitbringt. Es geht herunter bis in die tiefsten Tiefen,
herauf bis in die höchsten Höhen, und irgendwie ist nichts mehr zwischen dem
Höreindruck vom Tonband und dem, was aus dem ULN-8 kommt.«
Darüber hinaus bietet auch der DSP im Inneren des ULN-8 eine Fülle von
Möglichkeiten. Abbott plaudert ein bisschen aus dem Nähkästchen: »Einer der
kleinen Tricks, die ich mir ausgedacht habe, ist ein paralleler Kompressor, der im
DSP läuft und aus Equalizer, Limiter und M/S Mischer besteht. Es werden nur
die unteren Dynamikanteile bei ca. -60 dB etwas angehoben – die so genannten
›Least Significant Bits‹ – und zum Hauptsignal hinzugemischt. Bei einer
sauberen Quelle gibt einem das alle möglichen Details, die sonst verloren
gegangen wären, wenn man das Signal durch Limiter, Wortbreitenreduktion und
verlustbehaftete Codecs schickt.« Abbott gab diesen Tipp postwendend an seine
Mastering-Kollegen Erick Labson und Peter Doell weiter.
Zusätzlich zum frisch bezogenen Studio-Zentrum in Hollywood betreiben die
Universal Mastering Studios auch eine Mixing-/Mastering-Studio in Santa
Monica, Kalifornien, weiterhin eine Niederlassung in New York mit vier
Mastering-Räumen und einem Produktionsraum, sowie das DISA Aufnahme-,
Mixing- und Mastering-Studio in Monterrey, Mexiko. »Wir haben in jedem
Mastering-Raum ein Sonic Modell 304 [ein lizenziertes ULN-8 ohne
Vorverstärker], hier und in Santa Monica. Sie sind das zentrale Element«, sagt
Abbott. In den anderen Produktionsräumen von UMS-W werden Sonic Studio
Modell 302 Interfaces eingesetzt, die Lizenzversion des Metric Halo ULN-2.
Die Universal Mastering Studios beschränken sich dabei nicht auf den Einsatz
von Metric Halo Hardware, wie Abbott anmerkt: »Jeder Raum bei uns hat
SpectraFoo installiert. Wir benutzen alle ›Phase Torch‹, Aussteuerungsanzeigen
und Spektralanalyse.« Abbott, der seit über 15 Jahren bei UMS-W arbeitet,
berichtet, dass die Testtöne auf archivierten Tonbändern meistens kein genaues
Einmessen in Bezug auf die eigentliche Musikaufnahme zulässt, was ›Phase
Torch‹ zu einem unerlässlichen Werkzeug werden lässt: »Uns ist aufgefallen,
dass praktisch keins dieser Tonbänder, vor allem diejenigen, die Schnitte
enthalten, denselben Einstellwinkel über die ganze Länge hinweg aufweisen. Mit
›Phase Torch‹ lässt sich der Einstellwinkel anhand der Musik überwachen,
während sie abgespielt wird, und bei Abweichungen wird sofort nachkorrigiert.
Läuft der Einstellwinkel ganz aus dem Ruder, beispielsweise, weil das Band
editiert wurde, sehen wir es sofort und können gegensteuern, nochmals
abspielen, und bekommen somit ein vollständig winkelkorrigiertes Master in
Archivqualität.«
Während seiner frühen Experimente mit dem SACD-Standard war Abbott klar
geworden, wie wichtig eine möglichst kurze Ansprechzeit (Flankensteilheit) und
die Erhaltung sehr leiser Klanganteile sind, und so konnte er Metric Halo einige
Vorschläge für die Entwicklung der ULN-8 Wandler weitergeben: »Ich ermahnte
Joe und B. J. [Buchhalter, die Gründer von Metric Halo], größten Wert auf
Geschwindigkeit zu legen. ›Macht die Wandler so schnell und so phasenstarr
wie’s eben geht!‹ Sie taten genau dies, was der Grund dafür ist, dass ›Character‹
so gut funktioniert. Ich meine, nicht jede Aufnahme profitiert von kompletter
Transparenz. Manchmal ist das Quellmaterial zu dumpf oder zu trocken und
braucht ein bisschen Hilfe, und wenn man die zusätzliche Färbung einer
Transformator- oder Röhrenstufe braucht, hat man sie zur Verfügung.« Die
›Charakter‹ Funktion von Metric Halo erlaubt das selektive Hinzufügen von
euphonischen, ganzzahligen Verzerrungen, wie man sie in klassischen analogen
Schaltungen findet. »›Character‹ ist so cool, weil man die ganzen guten
Klangeigenschaften hat, aber keine von den schlechten. Ich meine, wer hat je
von rauschfreien, phasenstarren non-linearen Verzerrungen gehört? Bei allem
was ich weiß hat das noch niemand vorher geschafft«, sagt Abbott.
Abschließend fügt er noch hinzu, »Ich kann nicht aufhören, von Metric Halo zu
schwärmen, weil es die einzigen Geräte sind, die jemals meine Erwartungen
nicht nur erfüllt, sondern in allen Aspekten übertroffen haben. Mit dieser
Ausstattung lerne ich jeden Tag etwas Neues!«